Die Geschichte des T-Shirt Mannes

Im Rahmen des C1-Kurses Deutsch ist diese wunderschöne Geschichte von Coralie als Hausaufgabe entstanden.

Enjoy.

Die Geschichte des T-Shirt Mannes

Der Wecker klingelt. Es ist 8 Uhr. Ich schalte den Wecker ab. Ich nehme ein T-Shirt vom Stapel im Schrank. Es ist grün. Es ist Donnerstag. Noch zwei T-Shirts und ich muss die Wäsche waschen. Ich gehe in die Küche, nehme die Müsli-Packung – noch zwei Portionen und ich muss einkaufen – und schütte das Müsli in meine Lieblingsmüslischale. Ich esse mein Müsli, spüle das Geschirr. Es ist 8 Uhr 20. Ich putze mir die Zähne. Es ist 8 Uhr 25. Ich ziehe meine Schuhe an, nehme meine Jacke. Es ist 8 Uhr 30. Ich gehe zur Arbeit. Ich komme an der U-Bahn-Station an. 8 Uhr 40. Die Frau mit dem kleinen Hund warte auf die U-Bahn. Die U-Bahn kommt. Ich steige ein. Der Mann mit der schwarzen Tasche sitzt auf dem 3. Sitz auf der linken Seite. Es ist 8 Uhr 42. Ich setze mich auf den 4. Sitz auf dem rechten Seite. Die U-Bahn kommt am Baumwall an. Ich steige aus. Es ist 8 Uhr 56. Ich komme zur Arbeit. Ich drücke die Tür auf. Auf der Tür steht: Generalzolldirektion. Es ist 8 Uhr 58. Ich gehe die Treppe hinauf. 2. Stock. Ich trete in mein Büro ein, ziehe meine Jacke aus, setze mich an den Computer. Es ist 9 Uhr.

Ich schalte meinen Computer ein. Ich warte. Die kleine Sanduhr auf dem Bildschirm dreht sich um, und dreht sich um, und dreht sich um. Schließlich kann ich meine E-Mails lesen. Keine E-Mail. Ich warte. Ich sehe den Kalendar an der Wand an. Ich drehe mich auf meinem Stuhl. Ich checke meine E-Mails. Keine E-Mail. Ich warte, drehe mich auf meinem Stuhl, checke meine E-Mails nochmals. Ich habe eine E-Mail von dem Zollbeamten, der für die Kontrolle der Schraubenmuttern auf den Containern am Hafen verantwortlich ist, bekommen. Es gibt ein Foto einer Schraubenmutter. Ich vergleiche die Schraubenmutter mit der regelgemäßen Schraubenmutter. Diese Schraubenmutter ist in Ordnung. Der Kapitän muss keine zusätzliche Zollgebühr bezahlen. Ich antworte auf die E-Mail. Ich warte. Ich schaue durch das Fenster. Ich checke meine E-Mails. Neue E-Mail. Die Schraubenmutter ist nicht konform. Ich berechne den Betrag der Gebühr. Ich antworte auf die E-Mail. Es ist 9 Uhr 30. Ich warte. Ich schaue durch das Fenster. Ich sehe eine Frau mit einem blauen Pulli, eine Frau mit einem grauen Pulli und eine Frau mit brauner Brille. Sie lachen. Ich warte. Ich schaue durch das Fenster. Blau Girl, grau Girl und Brille Girl lachen. Ich warte, vergleiche  Schraubenmuttern, berechne manchmal Gebühren, warte, und warte nochmals, drehe mich auf meinem Stuhl, warte nochmals, die Frauen lachen.

Rotes T-Shirt, Müsli, U-Bahn, die Frau mit dem Hund, der Mann mit der schwarzen Tasche, E-Mails, Fenster, der blaue Pulli, der graue Pulli, die goldene Brille, Lachen.

Gelbes T-Shirt, Müsli, U-Bahn, die Frau mit dem Hund, der Mann mit der schwarzen Tasche, E-Mails, Fenster, der blaue Pulli, der graue Pulli, die schwarze Brille, Lachen.

Blaues T-Shirt, Müsli, U-Bahn, die Frau mit dem Hund, der Mann mit der schwarzen Tasche, E-Mails, Fenster, der blaue Pulli, der graue Pulli, die braune Brille, Lachen.

Ich schaue öfter und mehröfter durch das Fenster.

Der Wecker klingelt. Es ist 7 Uhr 55. Ich verlasse meine Wohnung um 8 Uhr 25. Die Frau mit dem Hund steht nicht auf dem U-Bahnhof. Der Mann mit der schwarzen Tasche sitzt nicht auf dem 3. Sitz auf der linken Seite. Ich setze mich doch auf den 4. Sitz auf der rechten Seite. Die U-Bahn kommt am Baumwall an. Ich nehme den anderen Ausgang. Ich gehen auf die Straße. Ich finde das Gebäude: Tandem Sprachschule. Ich gehe ins Büro, warte, vergleiche Schraubenmuttern, warte. Ich überlege. Konnte ich einen Deutschkurs besuchen?

Ich gehe zurück nach Hause. Ich überlege es mir immer noch. Vielleicht könnte ich Bildungsurlaub machen? Ich habe seit Jahren keinen Bildungsurlaub gemacht. Aber ich kann sicher nicht meinen Chef überzeugen, mich zu lassen, einen Deutschkurs als Bildungsurlaub zu machen. Deutsch war mein Lieblingsfach in der Schule. Ich liebte vor allem die Grammatik. Ich kann die ganze Nacht nicht schlafen. Ich stehe ohne Wecker auf. Ich nehme ein Hemd aus dem Schrank. Ich gehe zur Bäckerei und kaufe einige Brötchen. Ich weiß, was ich machen muss. Das war immer mein Traum, als ich ein Kind war: Deutschlehrer werden.

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